Radioaktive Abfälle dorthin, wo sie produziert werden!

Trotz Hiobsbotschaften des nicht mehr beherrschbaren japanischen AKW’s Fukushima sind die Atomstrom-Befürworter immer noch von der Zukunft dieser veralteten und gefährlichen Stromproduktion überzeugt. So steht der Atom-Kanton Aargau hinter seinen AKWs. Da ändern auch die Bilder und Nachrichten aus Fukushima nichts. Bei uns zuverlässigen und perfekten Schweizern könne so was nie und nimmer passieren. Dabei wird verschwiegen, dass auch bei uns seit Jahrzehnten immer wieder Störfälle zu beklagen waren. Denn es gehe schliesslich um Arbeitsplätze: Also vor allem um wirtschaftliche Interessen. Die Gefahr wird heruntergespielt.

Im Folgenden sei ein Beinahe-GAU im Kanton Aargau in Erinnerung gerufen:
Am 21.02.1970 stürzte 300 Meter neben dem Atomforschungsreaktor in Würenlingen und 900 Meter neben dem neu in Betrieb genommenen AKW Beznau eine Coronado Passagiermaschine der Swissair mit 47 Insassen ab. Obwohl niemand den Flug SR 330 überlebt hatte und die Bombenattentäter zweifelsfrei eruiert wurden, hüllte sich die Bundesanwaltschaft in einen Mantel des Schweigens. Alles verlief im Sand. 

Wenn in letzter Zeit wieder vom Bau neuer AKWs berichtet worden war, so glaubten die Befürworter wohl, dass die negativen Vorkommnisse vom Volk längst in Vergessenheit geraten seien. Unwissenheit führt zu Gleichgültigkeit, und so hofften die Stromkonzerne mit riesigen Werbemitteln (notabene durch die Stromkunden finanziert) den Bau neuer AKWs realisieren zu können. Nuklearstrom sei im Vergleich mit Solarenergie günstiger, was gemäss neuen Erkenntnissen schon in naher Zukunft nicht mehr zutrifft!

Wohin aber mit dem radioaktiven Müll? Nur ja nicht dorthin, wo der „billige“ Atomstrom produziert wird! Gemäss St.-Florian-Prinzip sollen das andere Regionen übernehmen, wo nun allerdings Widerstand aufkommt. Dem Atom-Kanton Aargau steht es schlecht an, einerseits neue AKWs zu befürworten und anderseits selber kein Endlager zu akzeptieren. Notabene: Die Nagra hat auch den Bözberg im Aargau als mögliches Tiefenlager für hoch- und schwach-radioaktiv strahlenden Müll bezeichnet!

Der Leserbriefschreiber ist der Meinung, dass die AKW-Betreiberkantone für die Entsorgung aufkommen müssen, wenn sie davon wirtschaftlich profitieren.

Edwin Griesser, Andelfingen

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