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©Foto + Montage: Aernschd Born

Der Verein KLAR! Schweiz

setzt sich seit seiner Gründung 2003 für einen verantwortungsvollen Umgang mit Atommüll ein.

KLAR! Schweiz ist Gründungsmitglied der Allianz
"Nein zu neuen AKW" (13.02.2009)

Medienmitteilung zum 2x2-Vorschlag der Nagra

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Administrator | Freitag, den 30. Januar 2015 um 09:35 Uhr

Dieses Verfahren ist nicht ergebnisoffen!

Dass die Nagra die Auswahl für ein Atommülllager für hoch- bzw. schwach- und mittelaktive Abfälle auf die Regionen Zürich Nordost (Zürcher Weinland) und Jura Ost einengen will, überrascht nicht wirklich. Dieses Szenarium hatte die Nagra bereits schon in den ominösen und geheimen Dokumenten, welche 2012 publik wurden, vorgesehen und skizziert. Gemäss dieser Logik kann man fast schon davon ausgehen, dass letztlich ein hochradioaktives Lager im Zürcher Weinland und ein schwach und mittelradioaktives Lager in Jura Ost geplant werden soll.

Einmal mehr kommt man nicht vom Eindruck los, dass das Sachplanverfahren bloss eine politische Scheinübung ist, um betroffene Regionen politisch-strategisch besser ein- und anbinden zu können. Die Beschwichtigung des Bundesamts für Energie, dass es sich nur um einen Vorschlag der Nagra und nicht um eine Entscheidung handelt, kann nicht überzeugen. Vielmehr zeigt auch dieses Vorgehen, dass das Verfahren nicht ergebnisoffen geplant wird.

Angesichts der immensen Bedeutung und den Auswirkungen eines Atommülllagers ist es mehr als bedenklich, dass die verschiedenen Standorte nicht nach den gleichen Abklärungsstandards wie im Zürcher Weinland untersucht wurden. Ein wissenschaftlich sauberes Vorgehen sieht anders aus. Damit wird der Verdacht erweckt, dass dieses voreilige und unfaire Vorgehen auch mit den knappen und ungesicherten finanziellen Ressourcen zu tun hat, welche die Betreiber der Atomkraftwerke für die Entsorgung des radioaktiven Abfalls und dem Rückbau von Atomkraftwerken geäufnet haben. Dies dürfte auch erklären, weshalb die seit 2008 bekannten und grundsätzlich geeigneten Gebiete in der Schweiz von sechs auf nur noch zwei reduziert werden sollen. Auf einen Schlag und was sicher noch zu reden gäbe, wie das Bundesamt für Energie meint.

Beim Hüten von radioaktivem Abfall muss die absolute Sicherheit für die Betroffenen und ihre Nachfahren für Tausende von Jahren garantiert sein. Von diesem unabdingbaren Ziel sind wir weit entfernt. Solange die Sicherheit in Frage gestellt ist, muss und wird es Kritik und Widerstand geben. Letztlich gefährdet der heute bekannt gegebene Nagra-Vorschlag zur Einengung der Standortregionen diese Sicherheit.

Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Jean-Jacques Fasnacht                                       Käthi Furrer           
Co-Präsident                                                     Co-Präsidentin      

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 30. Januar 2015 um 09:45 Uhr
 

Oberflächenanlage im Weinland?

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Administrator | Donnerstag, den 16. Januar 2014 um 21:23 Uhr

In den letzten zwei Jahren hat sich die Fachgruppe Oberflächenanlagen (FG OFA) der Regionalkonferenz Zürich Nordost (RK ZNO) intensiv damit befasst, wo im Weinland allenfalls einmal die Oberflächenanlage für ein allfälliges Atommülllager stehen könnte. Eine Oberflächenanlage ist eine Atomanlage auf einer Fläche von etwa 8 ha. Die notwendigen Gebäude haben Dimensionen, die deutlich grösser sind als alles was im Weinland heute besteht. Die FG OFA erarbeitete - in Zusammenarbeit mit kantonalen Fachstellen - Kriterien zur Beurteilung der verschiedenen möglichen Standorte. Dabei wurde unterschieden in

  • Ausschlusskriterien: Das sind zwingende Kriterien, welche nach Ansicht der FG OFA ZNO dazu führen, dass ein Standort abzulehnen ist.
  • Negativkriterien: Das sind unerwünschte Aspekte, welche aber differenziert zu betrachten sind und nicht zwingend zu einem Ausschluss führen.
  • Toleranzkriterien: Das sind Punkte, welche ein allfälliger OFA-Standort idealerweise erfüllt.

Die vier von der Nagra ursprünglich vorgeschlagenen Standortareale verstiessen alle gegen die definierten Ausschlusskriterien. Deshalb wurde die Nagra beauftragt, Positivflächen auszuscheiden, d.h. Gebiete welche kein Ausschlusskriterium erfüllen. In Zusammenarbeit mit der Nagra wurden diese Gebiete eingeengt auf vier sogenannte Potentialräume, welche genauer untersucht wurden. Bei der Weiterbearbeitung kam die FG OFA zum Schluss, zwei davon wieder auszuschliessen. Daraufhin sollte die Nagra die zwei übrigen Standorte präziser planen (Planungsstudie). Diese Planungsstudie führte die Nagra nicht nur für die verlangten zwei Potentialräume durch, sondern auch für eines ihrer ursprünglichen Standortareale, welches wegen Verstosses gegen ein Ausschlusskriterium von der FG OFA ausgeschlossen wurde! Warum wohl? Bringt die Nagra damit ihren Lieblingsstandort wieder ins Spiel?

Wie auch immer: Auch alle präzisierten Vorschläge für eine Oberflächenanlage wurden von der Fachgruppe als ungeeignet befunden. In ihrem Zwischenbericht schreibt sie:

„Alle von der Nagra vorgeschlagenen Standorte für Oberflächenanlagen sind aufgrund der Ergebnisse bisheriger Abklärungen in unterschiedlichem Masse ungeeignet. Der gesamte Perimeter ist aufgrund der, im kantonalen und im regionalen Raumordnungskonzept formulierten Strategien für eine Anlage in dieser Grössenordnung ungeeignet.“

Dann aber schlägt die gleiche Fachgruppe zum Schluss trotzdem vor, einen konkreten Perimeter zu bezeichnen. Wo bleibt da die Logik? Will man bewusst riskieren, dass die Nagra nach einem entsprechenden Beschluss der Vollversammlung öffentlich verkündet, die RK ZNO „empfehle“ den genannten Perimeter? So ist es der Regionalkonferenz Südranden mit ihrer Aussage „am wenigsten ungeeignet“ ergangen.

Kurz: Um wirklich konsequent zu sein, müsste die RK ZNO auf einen konkreten Standortvorschlag verzichten. - Dieser Meinung sind auch Hunderte Bürgerinnen und Bürger, welche eine entsprechende Petition an die RK ZNO unterschrieben haben.

Peter S. Weiller, SP Weinland, Mitglied der Regionalkonferenzen Zürich Nordost und Südranden

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 16. Januar 2014 um 21:31 Uhr
 

KLAR! Schweiz tritt ICAN bei

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Administrator | Freitag, den 29. März 2013 um 09:07 Uhr

KLAR! Schweiz unterstützt neu die globale Kampagne ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons). Im Sinne der Ziele von KLAR! Schweiz, konzentriert sich auch ICAN darauf, die Öffentlichkeit zu informieren, welch verheerende humanitäre und ökologische Folgen ein atomarer Unfall nach sich ziehen würde. Des weiteren verschafft sich ICAN mit originellen Aktionen und durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen Gehör bei Regierungsvertretern. Der Beitritt zur Kampagne bedeutet für KLAR! Schweiz eine wichtige Vernetzung mit Experten auf dem Gebiet und ermöglicht ausserdem das Austauschen von Informationen, Strategien und Aktionsplänen im Hinblick auf das Erreichen der Ziele von KLAR! Schweiz.

http://www.icanw.org/

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 29. März 2013 um 09:11 Uhr
 

Stellungnahme von KLAR! Schweiz zur Energiestrategie 2050

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Administrator | Dienstag, den 22. Januar 2013 um 19:46 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren

KLAR! Schweiz als eine Organisation mit gegen 1000 Mitgliedern kümmert sich bereits seit über 18 Jahren um den verantwortungsvollen Umgang mit radioaktiven Abfällen. In diesem Rahmen wirken verschiedene unserer Mitglieder in führenden Funktionen bei den im Sachplan vorgesehenen Regionalkonferenzen mit. Die enge Verknüpfung der Energieproduktion, und damit die Energiestrategie mit ihren Risiken, sind unsere Kernthemen. Wir erachten uns als befähigt, zur geplanten Energiestrategie 2050 kompetent Stellung zunehmen. KLAR! Schweiz begrüsst grundsätzlich und ausdrücklich die Stossrichtung der bundesrätlichen Energiestrategie im Interesse unserer Bevölkerung und unserer Nachkommen.

Der Bundesrat geht einen weiteren Schritt, um die Energiewende in der Schweiz zu konkretisieren. Er bekräftigt insbesondere seine Bekenntnisse zum Verzicht auf den Neubau von Atomkraftwerken, zum Ausbau der erneuerbaren Energien, zu Effizienzzielen, strengeren Vorschriften und weiteren Massnahmen bezüglich der Effizienz von Gebäuden und Fahrzeugen.

Um die Energiestrategie 2050 auf den richtigen Weg zu schicken, braucht es aber darüber hinausweisende, klare politische Rahmenbedingungen sowie eine rasche Umsetzung wichtiger und griffiger Massnahmen. Nur so können sich Verbraucher, Produzenten und Investoren auf die neue Energiepolitik einstellen, Nutzen daraus ziehen und ihren Anteil beitragen. Und vor allem können nur so mögliche Risiken und daraus resultierende gesundheitliche Schäden minimiert werden.

An die Energiestrategie 2050 stellen wir folgende Forderungen:

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 27. Juni 2013 um 11:37 Uhr
 

Über den Tisch gezogen

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Administrator | Montag, den 08. Oktober 2012 um 15:13 Uhr

Medienmitteilung vom 8. Oktober 2012 als pdf

Der Bericht in der Sonntagszeitung über die bevorzugten Atommülllager-Standorte Weinland und Bözberg empört mehr als dass er wirklich überrascht. Was wir befürchtet und immer wieder öffentlich gesagt haben, zeigt nun das geheime Nagradokument in aller Deutlichkeit: Innerhalb der Nagra ist der Entscheid, wo die Atommülllager dereinst hinkommen sollen, längst gefallen.
Derweil lässt man Hunderte von Bürgerinnen und Bürgern, Behördenmitglieder, politische Parteien und Widerstandsorganisationen in den Regionalkonferenzen arbeiten. In den Vollversammlungen dieser Konfe-renzen, in den Leitungsgremien und Fachgruppen versuchen engagierte Leute ihren Beitrag zu leisten nach der allseits beschworenen Maxime, dass die Suche nach den Standorten für Atommülllager der grösstmöglichen Sicherheit folgen soll.
Wir von KLAR! Schweiz haben uns zu Beginn dieses «Partizipationsprozesses» gut überlegt, ob wir über-haupt daran teilnehmen wollen. Dass wir uns schliesslich dafür entschieden, lag in den mit dem Bundesamt für Energie (BFE) klar abgemachten Bedingungen und Spielregeln, welche uns die Vorbehalte für den Mo-ment zurückstellen liessen. Die Bedingungen hiessen, dass alle potenziellen Standorte gleichwertig er-forscht und abgeklärt und keine Vorentscheide gefällt würden, bevor substanziell vergleichbare Lagerpro-jekte vorliegen.
Diese Versprechungen hat die Nagra unterlaufen und hintertrieben. Das ist ein beispielsloser Vertrauens-bruch gegenüber allen, die zu einem sauberen Sachplanverfahren ja gesagt haben. Die Nagra hat uns über den Tisch gezogen und zeigt in ihrem Strategiepapier ihr wahres Gesicht: Die Partizipation ist eine Alibiübung, die uns beschäftigen und die kritischen Stimmen dämpfen soll.
Die Austritte der beiden Geologen Walter Wildi und Marcos Buser aus den Begleit- und Sicherheitsgremien des BFE sind nur ein weiterer Beleg dafür, dass man auch nicht auf interne Kritik hören will, sondern die Karten längst verteilt sind. Bei diesem Vorgehen ist das Gebot der höchstmöglichen Sicherheit nicht garan-tiert.
Da nützen die wenig überzeugenden Verteidigungsgefechte der Nagra, es sei nur ein Planspiel gewesen, nichts. Die Glaubwürdigkeit der Nagra ist dahin. Ihre derzeit Verantwortlichen sollen abtreten. Wir von KLAR! Schweiz fordern eine umfassende Reformierung der Nagra und behalten uns vor, ob und unter wel-chen Voraussetzungen wir unsere Zeit und Energie weiterhin in dieses ganze Verfahren stecken.
In der Verantwortung für die Affäre stehen aber auch das BFE und ihre Aufsicht, das Ensi. Die Bundesbe-hörden, ihres Zeichens Auftraggeber der Nagra, müssen Farbe bekennen und angesichts des Scherben-haufens beweisen, dass sie die Zügel in der Schweizer Atommüllfrage wieder in die Hand bekommen!

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 08. Oktober 2012 um 15:51 Uhr
 
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Kein Leben mit atomaren Risiken

  • Seit 35 Millionen Jahren leben Säugetiere auf der Erde.
  • Seit 10'000 Jahren leben sesshafte Menschen auf der Erde.
  • Seit 50 Jahren betreiben wir Atomkraftwerke auf der Erde.

Atommüll strahlt 1 Million Jahre lang tödlich.

Ist Vergraben im Zürcher Weinland die einzige und beste Lösung?