Benkener Thesen

Am Mittwoch 10. Februar stellte KLAR! Schweiz die Benkener Thesen vor

Thesen zum Endlager im Zürcher Weinland

Benkener Thesen – warum?
Die Organisation KLAR! Schweiz setzt sich seit Jahrzehnten aus der Sicht der ungelösten Abfallentsorgung gegen die Atomenergie ein. Seit rund 5 Jahren bringt sie sich neu aus der Hoffnung des Atomausstiegs in der Schweiz konstruktiv in der Regionalkonferenz Zürich Nordost ein und übernimmt damit Mitverantwortung für eine möglichst sichere, risikominimierte Endlagerung in der Region des Zürcher Weinlandes.
Daneben blieb KLAR! Schweiz immer auch als unabhängige Organisation mit ihren rund 650 Mitglieder bestehen und aktiv. Dieser unabhängige Standpunkt ist uns wichtig und erweist sich selbstredend auch als existenzielle, sicherheitsrelevante Voraussetzung für eine offene und tabufreie gesellschaftliche Diskussion der Endlagerfragen.
Vor dem baldigen Abschluss der sogenannten 2. Etappe des Partizipationsverfahrens ist es nun Zeit, die sich heute präsentierende Situation aus der Sicht von KLAR! Schweiz in einer Art Zwischenbilanz der Öffentlichkeit vorzustellen. Wir haben uns entschlossen, dies in Form eines Thesenpapiers und darauf fussenden Forderungen zusammenzufassen. Die gebündelte Kompetenz im Vorstand von KLAR! Schweiz, die nicht zuletzt auch durch die Beteiligung und Mitarbeit in der Regionalkonferenz und ihren Fachgremien gewachsen ist, befähigte uns in Zusammenarbeit mit gezielt ausgewählten Expertinnen und Experten die Benkener Thesen zu formulieren.
Damit treten wir nun unter Herstellung voller argumentativer Transparenz als berechenbare Organisation an die Öffentlichkeit und hoffen damit der aktuellen Entsorgungs-Diskussion eine zusätzliche Tiefe und Relevanz zu verleihen, die alleine von der Regionalkonferenz aufgrund ihres Auftrages nicht geleistet werden kann.

 

These 1:
Der Nagra fehlt die fachliche Unabhängigkeit!
Forderungen:

  • Sofortige Beendigung der offenen und versteckten politischen Lobbyarbeit der Nagra.
  • Trennung der Nagra von den Kraftwerkseignern unter Herstellung des vollen Öffentlichkeitsprinzips in Betriebsrechnung und Mittelverwendung. Überführung der Planungsarbeiten an eine Institution des Bundes.


These 2:
Der Entsorgungsnachweis aus dem Projekt „Gewähr“ ist durch neue Erkenntnisse überholt und darf so weder rechtlich noch politisch weiterhin als Grundlage des Weiterbetriebes der bestehenden Atomkraftwerke in der Schweiz gelten!
Forderungen:

  • Erbringung eines neuen, unabhängigen und somit glaubwürdigen Entsorgungsnachweises für hochaktive Abfälle (HAA) und schwach- bis mittelaktive Abfälle (SMA) aufgrund neuer Erkenntnisse.


These 3:

Die Finanzierung der Tiefenlagerung nuklearer Abfälle ist nicht gesichert
Forderungen:

  • Herstellung der Kostenwahrheit und Abwälzung der fehlenden Rückstellungen auf die Eigentümer der Atomkraftwerke bzw. deren Strombezüger.
  • Nachweis der langfristigen Finanzierbarkeit, inkl. Rückholbarkeit.
  • Nachweis für genügende Versicherung bei Schadensereignissen.


These 4:

Das Einlagerungskonzept für Benken überzeugt nicht!
Forderungen:

  • Erarbeitung von Standort-Alternativen zum Auslagern der Abfälle aus den Behältern und ihrer Neuverpackung unter Einbezug der „Heissen Zelle“ beim Endlagerstandort.
  • Vorlegen von transportrisikobasierten Berechnungen für Alternativen zur Erschliessung des Tiefenlager in grösserer Nähe zum Zwischenlager.
  • Offenlegung von Erfahrungen im Umgang mit „Heissen Zellen“ und der möglichen Undichtigkeit bei der Erstellung und Verfüllung des Endlagers im Opalinuston und der sich daraus ergebenden Risiken.


These 5:

Mitbestimmung statt Mitwirkung
Forderungen:

  • Schaffung einer formellen sachlichen Zustimmungsmöglichkeit der Direktbetroffenen für die Erstellung, den Betrieb, die Überwachung und den Verschluss von Anlagen zur Atomenergieentsorgung.

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 Die vollständigen Benkener Thesen können Sie hier als pdf herunterladen:

Bitte beachten Sie auch die Pressesimmen dazu auf unserer Medienseite

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